Das Schloss der brüllenden Geister

Viel Freude beim Lesen der Geschichte von Jesper und Vito aus der 2. Klasse

 

Es war einmal ein riesengroßes Schloss. Das nannte sich „Das Schloss der brüllenden Geister“.  Dieses Schloss wollte Tim schon immer erforschen. Er war schon lange ein großer Detektiv. Doch das Schloss wurde ringsum von gefährlichen Ritterrüstungen bewacht. Deshalb war es sehr schwer, an das Schloss zu gelangen. Es gab nur eine Möglichkeit.

Er musste seinen Freund Florian holen. Florian war auch ein Detektiv. Sie überlegten: „Wir müssen uns dieses Schloss mal genauer anschauen“, sagte Florian. Tim fand das auch eine gute Idee. „Komm wir packen ein paar nützliche Sachen“, sagte er. Sie fingen an ihre Sachen zu packen. „Wir müssen los, bevor es dunkel wird, denn sonst sind die Geister schon auf bevor wir da sind“, sagte Florian nachdenklich. Sie gingen los. „Wir müssen uns anschleichen“, flüsterte Tim. Sie schlichen sich an und stellten sich hinter einen Baum. „Ich hab ein Seil mit“, flüsterte Tim dumpf. „Damit können wir auf den Baum klettern.“ Als sie die Baumkrone erreichten, konnte man gut auf das Schloss gucken. „Das ist aber riesig“, flüsterte Florian. Tim band aus dem Seil ein Lasso, warf es auf einen eisernen Pfosten und hangelte sich hinüber. Florian hangelte sich hinterher. Sie gingen eine Treppe hinunter und standen vor einem großen Tor. „Das Tor der Dunkelheit“, flüsterte Tim. Er kramte kurz in seinem Rucksack und holte einen Hammer heraus. „Mit einer Axt geht es bestimmt besser“, sagte Florian. „Nicht so laut“, zischte Tim. Er legte den Hammer zur Seite, holte die Axt aus seinem Rucksack und hämmerte gegen das Tor. Das Tor zerbrach. Tim und Florian blinzelten über das zertrümmerte Tor. An den Wänden des Saals waren Stacheln und in der Mitte des Saals war ein langer Tisch, der aussah wie ein Wikingerschiff.

Plötzlich ertönte eine grollende Stimme. „Wer wagt es, sich in mein Schloss zu schleichen?“ Tim und Florian zuckten zusammen. „W-w-wer w-w-war d-d-das?“, flüsterte Tim mit zittriger Stimme. „Ich bin der Herr von diesem Schloss“, rief die grölende Stimme und kurz danach erschien ein durchsichtiger Mensch vor ihnen. Tim und Florian wollten wegrennen, doch es ging nicht. Das Tor hatte sich wieder zusammengesetzt. „W-w-wie g-g-geht d-d-das und w-w-wer b-b-bist du?“, bibberte Florian. „Dies ist ein magisches Tor“, grollte der Geist. Plötzlich ging unter ihnen eine große Falltür auf und sie stürzten in ein tiefes Loch.  Es war dunkel. Am Ende des Ganges drang Licht durch einen Spalt. Tim und Florian spähten durch den Spalt. Sie staunten. Ein riesiger Saal erhob sich vor ihnen. Er war mit bunten Kacheln geschmückt. Geister tanzten zur Musik. Plötzlich verstummten die Knochen-Harfen. Der Obergeist trat auf einen großen Stein. Alle Augen richteten sich auf den Obergeist. Auch Tim und Florian hörten gespannt zu. „Nun“, sagte der Obergeist, „zwei Eindringlinge wollen uns berauben, aber ich habe ihnen eine Falle gestellt.“ Tim stockte der Atem. „Jetzt erinnere ich mich wieder an den Geist, der uns erschreckt hat. Wir müssen weiter zuhören und warten bis es ein Uhr ist, danach versuchen wir uns dann herauszuschleichen“, sagte Florian. Gesagt, getan.  „Das kann ganz schön lange dauern“, murmelte Tim nach einer halben Stunde. Plötzlich hörten die beiden einen kleinen Geist heulen. Ein größerer Geist zog einen Knochen aus sich heraus, steckte ihn in den Mund des kleinen Geistes und sofort hörte dieser auf zu heulen. Als es endlich nach ein Uhr war, wurde Tim schläfrig und sagte: „Komm wir gehen zurück.“

Das taten sie auch. Als sie oben waren, sahen sie, dass das Seil nicht mehr da war. „Mist“, sagte Florian, „jetzt müssen wir einen anderen Weg gehen.“ Sie gingen den anderen Weg entlang und standen plötzlich vor einem Tor. Ein langer Gang lag vor ihnen. Viele Gänge gingen von ihm ab. „Wir nehmen den zweiten Gang“, entschied Tim. Immer gingen sie den Gang nach ihrem Gefühl weiter. Nach einer Zeit kamen sie an eine dicke Tür. „Komm, wir zerbrechen sie“, sagte Florian. Als die Tür durchdrungen war, gingen sie weiter und sahen plötzlich eine dunkle Gestalt, die in einem großen Raum stand. Neben der Gestalt lag eine Kugel, die aussah wie eine Erdbeere. „Was wollt ihr hier?“, brummte die Gestalt. „Ich bin Wildbart der Finstere.“ „W-w-wir wollen a-aus diesem Schl-l-loss heraus“, bibberte Tim. „Das könnt ihr vergessen, ihr Winzlinge! Übrigens, ich bin der Große Zauberer. Wie habt ihr es geschafft zu meiner magischen Erdbeere zu kommen?“ „Wir sind unserem Gefühl gefolgt und jetzt sind wir hier angekommen.“ „So, so“, sagte der Zauberer, „das könnt ihr vergessen!“ Tim wurde mutiger und rief: „Das wirst du schon sehen! Du kannst ja noch nicht einmal zaubern.“ Er nahm den Hammer aus dem Rucksack und haute ihm den Hut vom Kopf. Das war dem Zauberer zu viel und er sackte zusammen. Diese Möglichkeit nutzte Tim. Er zerschlug die Erdbeere und plötzlich standen um sie herum viele Menschen. Ein etwas größerer Mensch trat vor. „Danke, dass ihr uns erlöst habt. Wildbart hatte uns verzaubert, weil er Wachen für sein Schloss haben wollte.“ „Nichts für ungut, aber wir haben auch einen Wunsch.“ „Welchen denn?“ „Dass ihr uns aus dem Schloss bringt“, sagte Florian. „Natürlich können wir das, wir sind ja hier schon lange“, kicherten die Menschen. „Kommt, wir zeigen euch den Weg.“ Und so kamen Tim und Florian glücklich nach Hause.

Ende

Jesper und Vito, Jül2 G4, 2. Jg., 2014